Woran erkenne ich eine gute Hundeschule oder einen guten Hundetrainer?
Es gibt viele Wege, mit einem Hund zu arbeiten – aber nicht alle führen zum Ziel. Jeder Hund ist ein Lebewesen mit einem eigenen Charakter, genau wie wir Menschen. Es gibt kein festes Schema, das man einfach anwenden kann, damit der Hund „funktioniert“.
Stattdessen gibt es viele verschiedene Trainingsmethoden, zum Beispiel:
- Belohnungsbasiertes Training (positive Verstärkung)
- Clickertraining
- Arbeit mit Körpersprache und Signalen
- Longieren oder Nasenarbeit zur Auslastung
- Alltagstraining in realen Situationen
Doch nicht jede Methode passt zu jedem Hund – oder zu jedem Menschen.
Besonders bei sehr selbstständigen oder ursprünglichen Rassen wie Herdenschutzhunden reicht es oft nicht, nur mit sanften Ansätzen zu arbeiten. Und nur weil eine Methode beim letzten Hund gut funktioniert hat, heißt das nicht automatisch, dass sie auch bei deinem jetzigen Hund der richtige Weg ist.
Das Wichtigste ist: Du musst dich mit dem Training wohlfühlen.
Du solltest die Methode verstehen, dich damit identifizieren können und hinter dem stehen, was du machst. Nur wenn du überzeugt bist, kannst du die Übungen im Alltag umsetzen. Alles andere spürt dein Hund – und wird entsprechend reagieren.
Und auch wichtig: Der Trainer ist nicht schuld, wenn das Training nicht konsequent umgesetzt wird. Training ist Teamarbeit!
Natürlich hat jeder Trainer seine eigenen Schwerpunkte und Arbeitsweisen.
Wenn du dich mit einer Methode nicht wohlfühlst, zögere nicht, den Trainer zu wechseln. Erwarte aber auch keine Wunder über Nacht – Fortschritte brauchen Zeit, Geduld, Liebe und konsequentes Training.
Woran erkenne ich eine gute Hundeschule oder einen guten Trainer?
Eine gute Hundeschule oder ein guter Trainer begleitet Mensch und Hund mit Wissen, Herz und Verstand. Du solltest dich dort gut aufgehoben fühlen und Antworten auf deine Fragen bekommen.
Gute Hundetrainer erkennst du daran, dass sie:
- Hund und Halter als Team sehen, das gemeinsam lernen darf – oft entstehen Probleme, weil der Hund missverstanden wird.
- individuell auf dich und deinen Hund eingehen, statt ein starres Programm durchzuziehen.
- freundlich, klar und verständlich erklären, ohne dich bloßzustellen.
- regelmäßig Fortbildungen besuchen und offen für neue Erkenntnisse und Fragen sind.
- Transparenz zeigen, z. B. durch Schnupperstunden, Trainingspläne oder ein unverbindliches Vorgespräch.
Es gibt viele Methoden, Hunde zu erziehen oder zu trainieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nur eine „richtige“ Methode gibt und alle anderen falsch sind. Hunde lernen – genau wie Menschen – unterschiedlich. Entscheidend ist, welche Methode am besten zu dir und deinem Hund passt.
Vertraue deinem Bauchgefühl!
Wenn du dich unwohl fühlst, such weiter. Ein guter Trainer nimmt dich ernst und bestärkt dich darin, auf Augenhöhe mit deinem Hund zu arbeiten.
Achtung: Hundetrainer ist kein geschützter Beruf!
Weder der Hundetrainer, noch der „Verhaltenstherapeut“, Hundephysio, „Hundeflüsterer“ oder „Coach“ ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Frag deshalb immer nach:
- Ausbildung und Qualifikationen
- praktischer Erfahrung
- eingesetzten Methoden
- Zertifikaten oder Fortbildungen
Doch auch Zertifikate sind kein Garant dafür, dass ein Trainer zu dir passt. Manche Trainer ohne Zertifikat können dir womöglich besser helfen als andere mit vielen Urkunden. Das Entscheidende ist, dass du dich mit der Arbeitsweise wohlfühlst und Vertrauen hast.
Warum ein Kennenlernen so wichtig ist
Ein Hund ist kein Gegenstand, sondern ein Lebewesen, das euch viele Jahre begleiten wird.
Deshalb sollte man großen Wert darauf legen, dass Mensch und Hund sich vor einer Adoption persönlich kennenlernen.
Nur wenn beide Seiten die Möglichkeit haben, sich kennenzulernen, kann eine verantwortungsvolle und langfristige Entscheidung getroffen werden.
Genau deshalb befürworten wir keine Direktadoptionen aus dem Ausland!
Zwei Möglichkeiten des Kennenlernens
Grundsätzlich gibt es zwei Wege:
- Kennenlernen auf der Pflegestelle
Ihr besucht den Hund auf seiner aktuellen Pflegestelle und lernt ihn dort kennen.
Vorteile:
- Der Hund befindet sich in seiner gewohnten Umgebung
- Sein Verhalten im Alltag lässt sich besser einschätzen
- Verschiedene Charakterzüge können beschrieben werden
- Ihr könnt gemeinsam spazieren gehen
- Direkter Austausch mit der Pflegestelle möglich
Nachteile: - Es bleibt nur eine Momentaufnahme
- Auch Hunde haben gute und schlechte Tage
- Manche Hunde zeigen sich bei fremden Menschen zunächst unsicher oder zurückhaltend
- Pflegestelle mit Option auf Übernahme
Der Hund zieht zunächst als Pflegestellenhund zu euch. Während dieser Zeit könnt ihr gemeinsam herausfinden, ob es wirklich dauerhaft passt.
Diese Möglichkeit besteht häufig nur:
- wenn der Hund noch im Ausland lebt
- oder wenn ein Pflegestellenwechsel nötig ist
Meist nicht möglich, wenn der Hund auf einer Pflegestelle bereits ist.
Vorteile:
- Deutlich intensiveres Kennenlernen
- Der Hund zeigt sein echtes Verhalten in eurem Alltag
- Ihr könnt realistisch einschätzen, ob der Hund zu euch passt
- Verträglichkeiten zeigen sich oft erst zuhause wirklich
Denn nur weil ein Hund: - sich auf einer Pflegestelle mit Katzen versteht,
- freundlich zu anderen Hunden ist,
- oder dort ruhig mit Kindern lebt,
bedeutet das nicht automatisch, dass es auch in eurem Zuhause genauso funktioniert.
Nachteile: - Kein vorheriges persönliches Kennenlernen möglich
- Hunde aus dem Ausland kennen oft nichts und müssen vieles erst lernen, was sie aber meist schnell tun.
- Sollte es nicht passen, sollte der Hund möglichst bis zur Weitervermittlung bei euch bleiben
Wir persönlich halten wir diese Variante dennoch oft für die beste Möglichkeit, einen Hund wirklich kennenzulernen. Auch weil wir die Hunde meist vorab schon sehr gut Einschätzen können und wir es bislang noch nicht hatten, dass es nicht gepasst hat.
Grundsätzlich: Bitte nehmt euch Zeit
Wenn echtes Interesse an einem Hund besteht, nehmt euch die Zeit für ein persönliches Kennenlernen.
Sofern ihr weiter entfernt vom Hund wohnt, Plant möglichst:
- mindestens 2 Tage Zeit
- mindestens eine Übernachtung
- und mindestens eine Nacht Bedenkzeit nach dem Treffen
Eine spontane Entscheidung ist bei einem Hund niemals sinnvoll.
Viele Vereine bieten die Möglichkeit, die Vorkontrolle bereits vorab durchzuführen, sodass ihr die Strecke oft nur einmal fahren müsst.
Wichtig zu wissen
Pflegestellen arbeiten ehrenamtlich und investieren viel Zeit, Geduld und Herzblut in die Betreuung ihrer Schützlinge.
Deshalb gilt:
- Meist müsst ihr selbst zum Hund fahren
- Seriöse Pflegestellen reisen normalerweise nicht quer durch Deutschland für Kennenlernen
Bitte habt dafür Verständnis.
Ebenso wichtig:
Eine Pflegestelle kennt den Hund meist sehr gut und versucht ehrlich einzuschätzen, ob Hund und Interessenten zusammenpassen. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell zu vermitteln, sondern langfristig die richtige Entscheidung für den Hund zu treffen. Aber nur weil sich der Hund auf der Pflegestelle mit den Katzen zb versteht, heißt dies nicht automatisch, dass der Hund sich auch mit euren Katzen verträgt!
So läuft ein Kennenlernen meistens ab
- Ihr füllt eine Selbstauskunft aus
- Der Verein oder die zuständige Pflegestelle meldet sich bei euch
- Ein Kennenlernen wird vereinbart
Wichtig dabei:
- Alle Haushaltsmitglieder sollten teilnehmen
- Das erste Treffen sollte im gewohnten Umfeld des Hundes stattfinden
- Anschließend geht man gemeinsam spazieren
Im Idealfall erlebt ihr den Hund dabei auch: - bei Umweltreizen
- fremden Menschen
- Radfahrern
- Joggern
- anderen Hunden
So bekommt ihr ein möglichst realistisches Bild, aber nun einmal nur eine Moment Aufnahme. Ob sich der Hund in eurem Umfeld wohlfühlt ist unbekannt.
Was beim Kennenlernen beobachtet wird
Nicht jeder Hund läuft freudestrahlend auf fremde Menschen zu – besonders dann nicht, wenn er schlechte Erfahrungen gemacht hat oder generell unsicher ist.
Wichtig ist deshalb nicht nur das Verhalten des Hundes, sondern auch:
- eure Geduld
- euer Umgangston
- eure Körpersprache
- euer Verständnis für Unsicherheit oder Zeitbedarf
Denn ein Hund ist kein „Projekt“, sondern ein Familienmitglied.
Wir achten unter anderem auf: - die Chemie zwischen Mensch und Hund
- die Reaktionen des Hundes
- eure Erwartungen an den Hund
- den Umgang mit Unsicherheit oder Zurückhaltung
Ehrlicher Tierschutz bedeutet auch ehrliche Entscheidungen
Es kann trotz Anreise passieren, dass:
- ihr merkt, dass es doch nicht passt
- oder der Verein zu dem Schluss kommt, dass die Vermittlung nicht ideal wäre
Das ist zwar enttäuschend, gehört aber zu verantwortungsvollem Tierschutz dazu.
Gerade bei Interessenten aus der Nähe kommt es manchmal vor, dass mehrere Familien eingeladen werden und letztlich dort vermittelt wird, wo Hund und Mensch am besten harmonieren.
Es geht dabei niemals um persönliche Sympathien – sondern immer um das Wohl des Hundes.
Warum wir vor Schnellentscheidungen warnen
Viele Rückgaben entstehen durch emotionale oder spontane Entscheidungen.
Stellt man erst später fest, dass der Hund doch nicht passt:
- muss er an den Verein zurückgegeben werden
- die Schutzgebühr wird meist nicht erstattet
- und die Situation bedeutet Stress für alle Beteiligten – besonders für den Hund
Auch für Pflegestellen und Vereine sind Rückgaben emotional belastend, da sehr viel Zeit, Hoffnung und ehrenamtliche Arbeit in jeder Vermittlung steckt.
Deshalb bitten wir euch:
Trefft die Entscheidung mit klarem Kopf und nehmt euch Zeit zum Nachdenken.
Ihr seid euch nicht klar, ob ein Hund in euren Alltag passt?
Dann denkt doch einmal daran eine Pflegestelle (mit Option) anzubieten.
Pflegestelle sein bedeutet nicht automatisch, dass der Hund auch in die Vermittlung kommt.
Unser Fazit
Ein Hund sollte immer eine bewusste, gut überlegte Entscheidung sein.
Auch wenn:
- eine längere Anreise nötig ist,
- zusätzliche Kosten entstehen,
- oder eine Hotelübernachtung eingeplant werden muss.
Ein Hund bedeutet Verantwortung für viele Jahre – deutlich mehr als eine spontane emotionale Entscheidung.
Das Ziel sollte nicht eine schnelle Vermittlung sein, sondern das passende Zuhause für jeden einzelnen Hund. 💛
Pflegestelle mit Option auf Übernahme – Was bedeutet das eigentlich?
Viele Interessenten lesen den Begriff „Pflegestelle mit Option auf Übernahme“ und wissen zunächst nicht genau, was damit gemeint ist.
Deshalb möchten wir euch hier ausführlich erklären, wie dieses Modell funktioniert, welche Vorteile es bietet – aber auch, welche Verantwortung damit verbunden ist.
Was ist eine „Pflegestelle mit Option auf Übernahme“?
Bei einer Pflegestelle mit Option auf Übernahme zieht der Hund zunächst nicht direkt als fest adoptierter Hund, sondern zunächst als Pflegehund bei euch ein.
Das bedeutet:
- Der Hund lebt zunächst vorübergehend bei euch
- Ihr lernt euch im Alltag intensiv kennen
- Erst danach entscheidet ihr gemeinsam mit dem Verein, ob eine endgültige Adoption sinnvoll ist
Man kann es vereinfacht sagen wie:
👉 „Kennenlernen im echten Alltag.“
Natürlich kann man seinen Partner auch nach dem ersten Kaffee-Date heiraten, aber sinnvoller ist es eigentlich, wenn der Partner zunächst eine Zeit lang bei einem lebt.
Wann wird dieses Modell genutzt?
Diese Möglichkeit besteht häufig:
- bei Hunden, die noch im Ausland leben
- wenn ein Hund keine passende Pflegestelle mehr hat
Nicht jeder Verein bietet dieses Modell an.
Wir persönlich halten es jedoch oft für die sinnvollste Möglichkeit, einen Hund wirklich kennenzulernen.
Warum diese Variante oft sinnvoller ist
Ein normales Kennenlernen auf einer Pflegestelle dauert meist nur wenige Stunden.
Dabei sieht man:
- eine Momentaufnahme
- einen Hund in fremder Situation
- oft noch unter Aufregung oder Stress
Viele Eigenschaften zeigen sich aber erst nach Tagen oder Wochen.
Zum Beispiel: - Wie verhält sich der Hund zuhause?
- Kann er alleine bleiben?
- Wie reagiert er auf euren Alltag?
- Wie ist er mit euren Kindern?
- Mit euren Katzen?
- Mit euren eigenen Hunden?
- Wie reagiert er draußen auf Umweltreize?
- Wie lernt er?
- Wie schnell baut er Vertrauen auf?
Genau das kann man bei einer Pflegestelle mit Option viel besser beurteilen.
Wichtig: Hunde verhalten sich nicht überall gleich
Ein Hund kann:
- auf seiner bisherigen Pflegestelle katzenverträglich sein,
- dort ruhig mit Kindern leben,
- oder problemlos mit anderen Hunden auskommen,
und sich trotzdem bei euch anders verhalten.
Warum?
Weil Hunde sehr stark auf: - Umgebung,
- Menschen,
- Strukturen,
- Gerüche,
- Tagesabläufe
- und vorhandene Tiere reagieren.
Deshalb ist ein Alltagstest oft deutlich aussagekräftiger als ein kurzes Treffen.
Wie läuft eine Pflegestelle mit Option ab?
- Bewerbung & Vorgespräch
Zunächst läuft alles wie bei einer normalen Vermittlung:
- Selbstauskunft
- Aussuchen des Hundes
- Gespräche
- Vorkontrolle
- Entscheidung des Vereins
Der Verein prüft, ob der Hund grundsätzlich zu euch passen könnte.
Denn auch bei einer Pflegestelle mit Option wird nicht „einfach ausprobiert“.
Es soll weiterhin verantwortungsvoll vermittelt werden. - Der Hund zieht bei euch ein
Der Hund lebt nun als Pflegehund bei euch.
In dieser Zeit:
- lernt ihr den Hund kennen
- und der Hund lernt euch kennen
Oft zeigen Hunde erst nach einigen Tagen oder Wochen ihr echtes Verhalten.
Gerade viele Auslandshunde müssen: - das Leben im Haus,
- Alltagsgeräusche,
- Leinenführigkeit,
- Autofahren,
- Stubenreinheit
- oder Umweltreize
erst kennenlernen.
Das bedeutet nicht, dass sie „schwierig“ sind – sie brauchen einfach Zeit, Geduld und Verständnis.
Nach 3 bis 4 Wochen kann man meist beurteilen, ob der Hund passt und behalten wird.
- Gemeinsame Entscheidung
Wenn alles passt, erfolgt später die endgültige Übernahme.
Sollte man feststellen, dass es doch nicht passt, sucht der Verein gemeinsam mit euch nach einer Lösung. Der Hund sollte möglichst von euch aus vermittelt werden, dies bedeutet, dass er noch eine Zeit lang bei euch leben wird.
Wie lange dauert die Kennenlernphase?
Das ist unterschiedlich.
Manche Hunde zeigen sehr schnell:
- dass sie angekommen sind,
- Vertrauen aufbauen
- und gut in den Alltag passen.
Andere brauchen länger.
Meist erkennt man innerhalb von: - 2 bis 3 Wochen,
wie gut Hund und Mensch wirklich harmonieren.
Die Vorteile auf einen Blick
Intensives Kennenlernen im Alltag
Realistische Einschätzung des Hundes
Weniger Fehlentscheidungen
Weniger Rückgaben
Der Hund kann in Ruhe ankommen
Der Hund hat nicht noch eine zusätzlich Zwischenstation
Besseres Gefühl für beide Seiten
Alltagssituationen können realistisch getestet werden
Aber auch die Nachteile gehören ehrlich dazu
Eine Pflegestelle mit Option bedeutet auch Verantwortung.
Denn:
- Der Hund ist bereits bei euch eingezogen
- Er baut Bindung auf
- Er orientiert sich an euch
Sollte es nicht passen: - ist das emotional für alle Beteiligten schwierig
Sollte es nicht passen, hat man so einem Hund, der sonst vermutlich noch lange gewartet hätte, ein Sprungbrett verschafft, denn meist werden die Hunde in Deutschland innerhalb von 3 bis 4 Wochen vermittelt. In der Vergangenheit hatten wir noch keine Pflegestelle mit Option, bei der es nicht gepasst hat.
Wichtig zu verstehen: Die ersten Tage sagen oft wenig aus
Viele Hunde sind am Anfang:
- unsicher,
- ruhig,
- überfordert
- oder besonders angepasst.
Andere wiederum: - drehen erst nach Tagen auf,
- testen Grenzen,
- oder zeigen erst später Unsicherheiten.
Das ist völlig normal.
Deshalb sollte man einen Hund niemals: - nach einem einzigen Tag,
- oder wegen kleiner Anfangsprobleme vorschnell beurteilen.
Ankommen braucht Zeit.
Pflegestelle mit Option ist kein „Probewohnen zum Spaß“
Leider wird dieses Modell manchmal missverstanden.
Es geht nicht darum:
- „mal einen Hund auszuprobieren“
- oder spontan zu schauen, ob man gerade Lust auf einen Hund hat.
Der Hund ist kein Testobjekt.
Diese Möglichkeit richtet sich an Menschen,
die ernsthaft überlegen, einem Hund dauerhaft ein Zuhause zu geben – sich aber eine besonders sorgfältige Kennenlernphase wünschen. Oder gern testen möchten, ob sie einen festen Hund wollen, oder lieber Pflegestelle sein möchten.
Wer trägt die Kosten?
Je nach Verein kann der Ablauf unterschiedlich sein.
Oft übernimmt der Verein während der Pflegezeit:
- Versicherung
- oder besondere medizinische Ausgaben
Die alltäglichen Kosten wie: - Futter,
- Leckerlis,
- Zubehör
- Kleine Tierarzt Rechnungen
- oder eventuell Hundeschule
werden dagegen häufig von der Pflegestelle übernommen.
Bitte informiert euch vorab genau darüber, wie euer Verein dies handhabt.
Was passiert, wenn es doch nicht passt?
Auch bei einer Pflegestelle mit Option kann es vorkommen, dass man feststellt, dass Hund und Alltag langfristig doch nicht zusammenpassen.
Wichtig ist:
Der Hund sollte möglichst bis zur Weitervermittlung bei euch bleiben, da erneute Ortswechsel für viele Hunde zusätzlichen Stress bedeuten.
Viele wundervolle Hunde warten noch im Ausland
Viele Interessenten konzentrieren sich verständlicherweise auf Hunde, die bereits in Deutschland auf einer Pflegestelle leben.
Was viele jedoch nicht wissen:
Gerade die Hunde, die bereits in Deutschland angekommen sind, erhalten oft innerhalb kürzester Zeit sehr viele Anfragen. Manche Hunde warten zuvor jahrelang im Ausland auf ein Zuhause – und sobald sie in Deutschland auf einer Pflegestelle sind, überschlagen sich plötzlich die Interessenten.
Das ist wunderschön für die Hunde, für Interessenten jedoch oft schwierig, da viele dieser Hunde sehr schnell vermittelt werden.
Dabei warten in den Sheltern noch unzählige tolle Hunde:
- familienfreundlich
- kinderlieb
- katzenverträglich
- freundlich mit anderen Hunden
- menschenbezogen
- ruhig oder verspielt
Viele davon warten seit Jahren auf ihre Chance.
Nicht jeder Traumhund sitzt bereits auf einer deutschen Pflegestelle.
Warum eine Pflegestelle mit Option oft eine große Chance ist
Gerade bei Hunden aus dem Ausland bietet diese Möglichkeit enorme Vorteile.
Ihr gebt einem Hund direkt die Chance auf ein Zuhause und könnt gleichzeitig realistisch beurteilen:
- ob der Hund zu eurem Alltag passt
- wie er sich zuhause entwickelt
- und ob ihr langfristig harmoniert
Denn gemeinsamer Alltag sagt oft mehr aus als jedes kurze Kennenlernen.
Was wir von Interessenten erwarten
Wer eine Pflegestelle mit Option übernehmen möchte, sollte:
- Geduld mitbringen
- Verständnis für Unsicherheiten haben
- bereit sein, dem Hund Zeit zu geben
- Verantwortung übernehmen können
- offen und ehrlich kommunizieren
Ein Hund braucht: - Zeit,
- Sicherheit,
- klare Strukturen
- und Vertrauen.
Eine Entscheidung mit Verantwortung
Viele Hunde bauen in dieser Zeit bereits Vertrauen und Bindung auf.
Deshalb sollte man sich bewusst sein:
Auch eine Pflegestelle mit Option ist keine lockere „Testphase“, sondern bereits Verantwortung für ein Lebewesen.
Wir helfen euch gerne bei der Suche nach eurem passenden Hund
Nicht jeder Hund passt zu jeder Familie – und genau deshalb ist ehrliche Beratung so wichtig.
Seit Jahren bringen wir erfolgreich Hunde und Menschen zusammen und versuchen dabei immer:
- die Bedürfnisse des Hundes,
- eure Lebenssituation,
- euren Alltag
- und eure Wünsche
bestmöglich miteinander zu verbinden.
Wir helfen euch gerne dabei, den Hund zu finden, der wirklich zu euch passt – und nicht einfach nur den Hund, der gerade am schnellsten verfügbar ist.
Denn am Ende soll aus einer Vermittlung vor allem eines entstehen:
Eine langfristige, glückliche Verbindung zwischen Mensch und Hund.
Vermittlungskriterien
Natürlich hat jeder Verein seine eigenen Vermittlungskriterien, welche aber nicht für alle Verene gelten, da diese individuell festgelegt werden.
Nur weil ihr mit einem Verein eine negative Erfahrung gesammelt habt, heißt das nicht, dass ihr bei einem anderen Verein nicht glücklich werden könnt.
Grundsätzlich gibt es bei uns keine starren Vermittlungskriterien. Entscheidend ist immer, dass es zwischen Hund und Mensch passt. Wir schließen niemanden kategorisch aus – allerdings legen viele Hunde selbst ihre ganz eigenen „Kriterien“ fest.
Ein Beispiel: Ein Hund, der nicht gern allein bleibt, kann nicht in einen Haushalt vermittelt werden, in dem er regelmäßig viele Stunden am Stück allein sein müsste.
Natürlich gibt es Hunde, die damit kein Problem haben – aber eben nicht jeder. Das müssen Interessenten unbedingt berücksichtigen.
Ebenso lässt sich nicht jeder Hund problemlos zu Kindern, Katzen oder anderen Hunden vermitteln. Ob ein Hund sich in einem bestimmten Umfeld wohlfühlt, hängt von seinem individuellen Charakter und seinen Erfahrungen ab. Genauso, wie sich nicht jeder Mensch in einer Großstadt wie Berlin zu Hause fühlt, ist auch nicht jeder Hund für das Leben in einer solchen Umgebung geeignet. Deshalb schauen wir bei jeder Vermittlung genau hin: Was braucht dieser Hund, um glücklich zu sein?
Die einzige feste Regel:
Wir vermitteln KEINE unkastrierten Hündinnen zu unkastrierten Rüden und umgekehrt auch nicht bei unseren Pflegestellen.
Darüber wird nicht diskutiert. Natürlich darf jeder eine eigene Meinung dazu haben – wir aber vermitteln unter diesen Bedingungen nicht. Punkt.
Sollte eine Kastration kurzfristig vor dem Einzug des Hundes erfolgen, ist das selbstverständlich etwas anderes und wird individuell besprochen.
Wichtige Hinweise für Interessenten:
- Bitte seien Sie ehrlich zu sich selbst und zu uns, wenn es um Ihre Lebensumstände, Ihre Erfahrung mit Hunden und Ihre zeitlichen Kapazitäten geht. Nur so können wir gemeinsam den passenden Hund für Sie finden.
- Haben Sie Verständnis dafür, dass manche Hunde spezielle Bedürfnisse haben oder bestimmte Lebenssituationen ausschließen. Unser Ziel ist immer das langfristige Glück von Mensch und Hund.
- Jeder Hund, den wir vermitteln, wird von uns kennengelernt und so gut wie möglich eingeschätzt. Dennoch können wir nie alle Eigenschaften oder Verhaltensweisen garantieren – Hunde sind Lebewesen und keine Produkte „von der Stange“.
Wir freuen uns über alle, die einem Hund ein liebevolles Zuhause schenken möchten – und helfen sehr gern dabei, das passende neue Familienmitglied zu finden!
Spenden & Spendenbescheinigung
Mit eurer Unterstützung helft ihr dabei, Tieren in Not zu helfen – sei es durch:
- medizinische Versorgung,
- Futter,
- Kastrationen,
- Transporte,
- oder die Versorgung auf Pflegestellen.
Jede € hilft! Auch viele Tropfen füllen ein Fass!
Spendenbescheinigung
Jeder gemeinnützig anerkannte Verein darf Spendenbescheinigungen ausstellen.
Wichtig zu wissen:
Bei Spenden bis 300 € reicht dem Finanzamt in der Regel bereits der Kontoauszug oder Zahlungsnachweis als Nachweis aus.
Für höhere Beträge oder wenn ihr ausdrücklich eine Spendenbescheinigung benötigt, wendet euch bitte direkt an den jeweiligen Verein, an den ihr gespendet habt.
Welche Angaben werden benötigt?
Bitte sendet dem jeweiligen Verein folgende Informationen:
- Datum der Abbuchung
- Höhe der Spende
- Name des Spenders
- vollständige Anschrift
Nur so kann die Spendenbescheinigung korrekt ausgestellt werden.
Danke für eure Unterstützung
Tierschutz ist ohne Hilfe von außen kaum möglich.
Ob kleine oder große Spende:
Jede Unterstützung hilft dabei, Tieren eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Vielen Dank, dass ihr Tiere in Not unterstützt.
Das Elend der Katzen in Deutschland
Streunerkatzen. Straßenkatzen. Bauernhofkatzen.
Viele Menschen schimpfen über das Für viele Menschen in Deutschland sind sie unsichtbar. Doch das Elend dieser Tiere ist riesig.
In Deutschland leben nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes zwischen 2 bis 3 Millionen herrenlose Katzen. Sie haben kein Zuhause, keinen festen Futterplatz, keinen medizinischen Schutz.
Viele leiden unter:
- Hunger
- Krankheiten (z. B. Katzenschnupfen, Leukose, FIP)
- Parasiten
- Verletzungen
- Kälte im Winter
- extremem Stress durch ständige Fortpflanzung
Warum wird das Elend oft übersehen?
➡ Katzen verstecken sich gut. Sie sind scheu und zeigen sich selten Menschen. Viele Streuner werden daher gar nicht wahrgenommen.
➡ „Da draußen kommen die schon klar“ – leider ein verbreiteter Irrtum. Viele glauben, Katzen könnten problemlos in der Natur überleben. Das stimmt aber nicht – besonders in Städten oder bei harten Wintern leiden sie enorm.
➡ Bauernhofkatzen werden oft als „Nutztiere“ gesehen. Viele Landwirte lassen ihre Hofkatzen nicht kastrieren, weil sie Mäuse fangen sollen. Das führt zu einer unkontrollierten Vermehrung.
➡ Keine Lobby. Hunde werden schneller bemerkt oder gemeldet. Katzen bleiben oft „die vergessenen Opfer.“
Wie schlimm ist die Vermehrung wirklich?
Eine einzige unkastrierte Katze und ihre Nachkommen können theoretisch in 7 Jahren über 420.000 Nachkommen hervorbringen. Das klingt unglaublich – aber so sieht die Rechnung aus:
Beispielrechnung:
- 1 unkastrierte Katze bringt im Schnitt 2–3 Würfe pro Jahr.
- Pro Wurf werden 4–6 Kitten geboren.
- Weibliche Nachkommen können bereits mit 5–6 Monaten selbst wieder Nachwuchs bekommen.
Nehmen wir nur eine konservative Beispielrechnung (2 Würfe/Jahr, 4 Kitten pro Wurf): - Jahr 1: 1 Katze → 8 Kitten
- Jahr 2: diese 8 Kitten (davon ca. 4 Weibchen) → 32 neue Kitten
- Jahr 3: 16 Weibchen → 128 neue Kitten
- Jahr 4: 64 Weibchen → 512 neue Kitten
- Jahr 5: 256 Weibchen → 2048 neue Kitten
- Jahr 6: 1024 Weibchen → 8192 neue Kitten
- Jahr 7: 4096 Weibchen → 32.768 neue Kitten
Selbst bei geringeren Zahlen entstehen tausende Katzenleben – oft für ein Leben voller Leid.
Unser Appell:
Kastration rettet Leben. Nur kastrierte Katzen verhindern weiteres Tierleid.
Bitte füttere Streunerkatzen nicht nur – lass sie auch kastrieren.
Melde herrenlose Katzen deinem Tierheim oder Tierschutzverein.
Übernimm Patenschaften für Kastrationen – damit weniger Tiere leiden müssen.
Lasst uns gemeinsam das Katzenelend in Deutschland sichtbar machen und stoppen! Auch hier vor unserer eigenen Haustür brauchen Tiere unsere Hilfe.
Vermittlungsablauf für Pflegestellen
Auf dieser Seite erklären wir dir, wie der Ablauf zur Aufnahme eines Pflegehundes bei vielen Tierschutzvereinen normalerweise abläuft.
Natürlich kann es je nach Verein Unterschiede geben – grundsätzlich läuft es jedoch meist ähnlich ab.
Wichtig:
Ein seriöser Tierschutzverein klärt immer ehrlich über:
- mögliche Probleme,
- bekannte Verhaltensweisen,
- besondere Bedürfnisse,
- oder rassetypische Eigenschaften auf.
Natürlich kennen Vermittler die Hunde oft nicht persönlich. Viele Informationen stammen: - von den Helfern vor Ort,
- von bestehenden Pflegestellen
- oder aus bisherigen Erfahrungen mit dem Hund.
Wir können nur für uns sprechen:
Unsere Pflegestellen „versagen“ meist, sprich sie behalten ihren Pflegehund am Ende selbst, weil unsere Hunde so toll sind, weshalb wir leider immer weniger Pflegestellen haben. Natürlich wäre es theoretisch trotz Adoption des Pflegehundes möglich weiterhin Pflegestelle zu sein, aber meist möchten die Pflegestellen dies nicht, aus der Angst heraus den Hund wieder zu behalten.
Uns ist außerdem wichtig:
👉 Du bist als Pflegestelle niemals allein.
Leider hören wir immer wieder von anderen Vereinen:
- dass Kosten nicht übernommen wurden,
- Pflegestellen mit Problemen allein gelassen wurden
- oder schwierige Hunde plötzlich „abgeladen“ wurden.
Wir versuchen dagegen:
- ehrlich aufzuklären,
- gemeinsam Lösungen zu finden
- und immer einen Plan B zu haben.
- Du interessierst dich für eine Pflegestelle
Vielleicht hast du:
- auf unserer Homepage,
- über Social Media
- oder durch Freunde
von unserer Arbeit erfahren.
Wenn du dir vorstellen kannst, einem Hund vorübergehend ein Zuhause zu schenken, freuen wir uns sehr über deine Nachricht.
Wichtig:
Eine Pflegestelle bedeutet nicht „mal ausprobieren“, sondern Verantwortung für ein Lebewesen – manchmal für Wochen, manchmal auch deutlich länger.
Pflegestellen werden im Tierschutz dringend gebraucht. Ohne sie könnten viele Hunde:
- gar nicht ausreisen,
- keine Chance auf Vermittlung bekommen
- oder müssten deutlich länger im Shelter bleiben.
- Du füllst die Selbstauskunft aus
Zunächst schreibst du uns eine E-Mail.
Anschließend senden wir dir unsere Pflegestellen-Selbstauskunft zu.
Da die THL unser Hauptverein ist, verwenden wir meist deren Unterlagen.
In Notfällen oder bei Kooperationen kann es aber auch Formulare anderer Vereine geben.
Grundsätzlich sind die Fragen jedoch meist ähnlich.
Warum brauchen wir diese Angaben?
Damit wir einschätzen können:
- welche Hunde zu dir passen,
- welche Erfahrung du mitbringst
- und welche Rahmenbedingungen vorhanden sind.
Dabei spielen z. B. eine Rolle:
- andere Tiere,
- Kinder,
- Wohnsituation,
- Garten,
- Arbeitszeiten
- oder Hundeerfahrung.
Wichtig:
Nicht jeder Hund passt zu jeder Pflegestelle – und das ist völlig normal. Wir achten stets darauf, dass der ausgewählte Hund zur Pflegestelle und ihren „Besonderheiten“ und ihrem Alltag passt.
Selbstverständlich werden deine Daten vertraulich behandelt und ausschließlich für die Vermittlung genutzt.
Sollte keine Aufnahme zustande kommen, werden die Daten wieder gelöscht.
- Persönliches Erstgespräch
Sobald wir deine Unterlagen erhalten haben, meldet sich jemand aus unserem Team telefonisch bei dir.
Im Gespräch sprechen wir unter anderem über:
- deine Motivation
- deine Hundeerfahrung
- deinen Alltag
- deine zeitlichen Möglichkeiten
- deine Wohnsituation
- mögliche Fragen oder Unsicherheiten
Dieses Gespräch ist uns sehr wichtig.
Denn:
Eine Pflegestelle bedeutet Verantwortung, Zeit und oft auch viele Emotionen.
Uns ist wichtig, dass:
- du ehrlich weißt, was auf dich zukommt
- und wir dich realistisch beraten können.
Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Es geht darum:
- offen,
- ehrlich
- und lernbereit zu sein.
- Die Vorkontrolle
Wenn grundsätzlich alles passend erscheint, folgt die sogenannte Vorkontrolle.
Dabei besucht dich jemand vom Tierschutz – oft auch jemand eines befreundeten Vereins.
Die Vorkontrolle dient dazu:
- dich persönlich kennenzulernen
- die Wohnsituation anzuschauen
- offene Fragen zu klären
- und sicherzustellen, dass ein Hund bei dir gut untergebracht wäre
Wichtig:
Niemand kontrolliert:
- Schränke,
- Betten
- oder perfekte Ordnung.
Ein Hund macht ohnehin schnell Chaos. 😄
Es geht nicht um Perfektion, sondern darum:
- ob die Umgebung sicher ist
- und ob du dir der Verantwortung bewusst bist.
- Auswahl eines passenden Hundes
Falls noch kein konkreter Hund feststeht, besprechen wir gemeinsam, welcher Hund zu dir passen könnte.
Dabei achten wir besonders auf:
- deine Erfahrung
- deine Wohnsituation
- andere Tiere im Haushalt
- Kinder
- dein Zeitbudget
- und mögliche Besonderheiten
Gerade bei:
- Angsthunden,
- sehr unsicheren Hunden
- oder Hunden mit besonderen Bedürfnissen
suchen wir gezielt erfahrene Pflegestellen.
Unser Ziel:
Hund und Pflegestelle sollen möglichst gut zusammenpassen.
Denn auch eine Pflegestellenzeit soll für beide Seiten möglichst positiv verlaufen.
Wichtig:
Auch wenn wir Hunde möglichst ehrlich einschätzen, können wir niemals alles vorhersagen. Hunde entwickeln sich oft erst im Alltag richtig. Daher sollten dir möglichst alle Risiken bekannt sein.
- Vorbereitung auf die Ankunft
Bevor der Hund einzieht, erhältst du alle wichtigen Informationen, die uns bekannt sind.
Zum Beispiel:
- Gesundheitszustand
- Charaktereinschätzung
- bekannte Ängste oder Besonderheiten
- Informationen zur Ankunft
Wichtig:
Trotz aller Informationen bleibt jeder Hund ein Individuum.
Manche Hunde entwickeln sich im neuen Umfeld anders als erwartet.
Gerade Hunde aus dem Ausland müssen oft:
- das Leben im Haus,
- Alltagsgeräusche,
- Leinenführigkeit
- oder Nähe zu Menschen
erst kennenlernen.
Wir empfehlen deshalb:
- Ruhe,
- Geduld
- und möglichst wenig Erwartungen in den ersten Tagen.
Sinnvolle Vorbereitung
Wir empfehlen bei Auslandshunden – wenn möglich auf eigene Kosten – bereits vorab:
- Wurmtabletten,
- Zeckenmittel
- und Hundeshampoo bereitzuhalten.
Natürlich informieren wir euch vorher, was sinnvoll sein könnte.
Außerdem erhaltet ihr eine Pflegestellenvereinbarung, in der wichtige Punkte geregelt sind:
- Tierarztkosten
- Vermittlung
- Rückgabe
- Zuständigkeiten
- und allgemeine Abläufe
Wichtig:
Bitte geht niemals ohne Rücksprache eigenständig zu teuren Tierarztbehandlungen.
- Der Hund zieht ein
Meist reisen die Hunde aus dem Ausland an und werden:
- an einem Treffpunkt,
- häufig samstags,
- im Umkreis von ca. 150km übergeben.
Für die Abholung benötigt ihr unbedingt:
- ein Auto
- eine sichere Transportbox
- und ein Sicherheitsgeschirr
Warum ist das so wichtig?
Viele Hunde sind:
- erschöpft,
- verängstigt
- oder völlig überfordert.
Gerade direkt nach Transporten besteht ein hohes Entlaufrisiko.
Sicherheit geht deshalb immer vor.
Die ersten Tage sollten möglichst ruhig ablaufen:
- kein Besuch,
- keine großen Ausflüge
- und kein Erwartungsdruck.
Der Hund muss erst verstehen, dass er angekommen und sicher ist.
Wichtig:
Viele Hunde schlafen anfangs viel oder wirken besonders ruhig. Andere sind nervös oder reizüberflutet. Beides kann völlig normal sein.
- Die Zeit als Pflegestelle
Sobald der Hund eingezogen ist, bist du zunächst seine wichtigste Bezugsperson.
Du hilfst ihm:
- anzukommen,
- Vertrauen aufzubauen
- und den Alltag kennenzulernen.
Dazu gehören:
- feste Routinen
- Beobachtung des Verhaltens
- Einschätzung von Charakter & Verträglichkeit
- kleine Trainingseinheiten
- Fotos & Berichte für die Vermittlung
Wichtig:
Du musst keinen „perfekten Hund“ aus ihm machen.
Je ehrlicher deine Einschätzung ist, desto besser können wir das passende Zuhause finden.
Bitte melde dich frühzeitig, wenn Probleme auftreten.
Fast immer lassen sich gemeinsam Lösungen finden.
Nicht jeder Pflegehund ist einfach
Manche Hunde:
- sind unsicher,
- haben Angst,
- kennen keine Wohnung,
- sind anfangs nicht stubenrein
- oder müssen erst lernen, Menschen zu vertrauen.
Das bedeutet nicht, dass sie „schlecht“ sind.
Viele Verhaltensweisen entstehen:
- aus Unsicherheit,
- Stress
- oder fehlender Erfahrung.
Pflegestellen brauchen deshalb:
- Geduld,
- Verständnis
- und manchmal auch starke Nerven.
Es kann passieren:
- dass etwas kaputtgeht,
- der Hund in die Wohnung macht,
- Dinge ankaut
- oder anfangs schlecht alleine bleiben kann.
Das gehört leider manchmal dazu.
- Vermittlung in ein endgültiges Zuhause
Sobald der Hund bereit ist, suchen wir gemeinsam ein passendes Zuhause.
Wir übernehmen:
- Anfragen,
- Vorgespräche,
- Vorkontrollen
- und den Vermittlungsablauf.
Natürlich habt ihr als Pflegestelle Mitspracherecht.
Denn: Ihr kennt euren Pflegehund meist am besten.
Viele Interessenten verlieben sich besonders schnell in Hunde auf deutschen Pflegestellen. Deshalb kann es vorkommen, dass ein Hund sehr schnell viele Anfragen erhält.
- Kennenlernen mit Interessenten
Die Interessenten lernen den Hund zunächst in Ruhe kennen.
Eine sofortige Mitnahme direkt nach dem ersten Treffen gibt es bei uns grundsätzlich nicht.
Warum?
Weil:
- spontane Entscheidungen oft problematisch sind
- und ein Hund keine Bauchentscheidung sein sollte.
Bei Interessenten mit weiter Anfahrt kann es Ausnahmen geben:
Dann erfolgt oft vorab die Vorkontrolle und die Interessenten übernachten in der Nähe.
Trotzdem:
Auch dann soll mindestens eine Nacht Bedenkzeit dazwischen liegen.
Erst nach:
- positivem Kennenlernen
- und positiver Vorkontrolle
zieht der Hund endgültig um.
- Abschied & danach
Natürlich fällt der Abschied oft schwer.
Denn viele Pflegestellen bauen eine enge Bindung zu ihren Hunden auf.
Aber:
Genau dadurch konntest du diesem Hund helfen, sein Leben zu verändern.
Darauf darfst du stolz sein.
Und vielleicht bist du danach bereit, erneut einem Hund diese Chance zu geben.
Und ja:
Manchmal entscheidet sich eine Pflegestelle auch, den Hund selbst zu behalten. Auch das kommt vor – und ist absolut verständlich.
Du bist niemals allein
Das ist uns besonders wichtig:
Du bist als Pflegestelle niemals auf dich allein gestellt.
Wir begleiten dich:
- bei Fragen,
- Problemen,
- Unsicherheiten
- oder einfach zum Austausch.
Auch Kritik und ehrliches Feedback sind uns wichtig.
Denn nur so können:
- Menschen,
- Abläufe
- und Tierschutz besser werden.
Tierschutz ist emotional und manchmal auch anstrengend.
Niemand macht immer alles perfekt – wichtig ist, offen miteinander zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.
Gemeinsam helfen wir Hunden auf ihrem Weg in ein glückliches Leben.
Danke, dass du Teil davon sein möchtest.
Rasseaufklärung – Warum Rassenkenntnis entscheidend ist
Viele Hunderassen wurden über Jahrhunderte gezielt für bestimmte Aufgaben gezüchtet – zum Hüten, Jagen, Bewachen oder Retten. Diese Eigenschaften tragen sie noch heute in sich. Wer das ignoriert, landet schnell in einer Überforderung.
Rassetypische Eigenschaften sind keine Marotten, sondern genetisch verankertes Verhalten. Eine fundierte Rassekenntnis schützt Mensch und Tier vor Frust, Fehlverhalten und Abgabe.
Hütehunde
Beispiele: Border Collie, Australian Shepherd, Sheltie
Eigenschaften: Sehr intelligent, sensibel, mit starkem Kontrollbedürfnis. Reagieren empfindlich auf Überforderung.
Typische Probleme: Reizüberflutung führt schnell zu Hyperaktivität oder Stereotypien.
Häufige Abgabegründe: Werden wegen ihrer „Sportlichkeit“ angeschafft, ohne zu bedenken, dass sie Ruhe, Struktur und geistige Auslastung brauchen. Viele Halter unterschätzen den enormen Arbeitswillen.
Geeignet für: Erfahrene Halter:innen mit klarem Beschäftigungskonzept, Struktur und Ruhetraining.
Jagdhunde
Beispiele: Beagle, Weimaraner, Deutsch Drahthaar
Eigenschaften: Eigenständig, ausdauernd, reaktionsschnell, arbeiten gerne mit der Nase.
Typische Probleme: Oft unterschätzt wegen Größe oder Aussehen; Jagdtrieb wird zum Alltagsproblem.
Häufige Abgabegründe: Wurden als „Familienhunde“ ohne Jagd- oder Auslastungskonzept angeschafft; Halter fühlen sich mit Jagdtrieb und Eigenständigkeit überfordert.
Geeignet für: Aktive Menschen mit Erfahrung in Nasenarbeit, Mantrailing oder ähnlichen Beschäftigungen.
Schutzhunde
Beispiele: Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Dobermann
Eigenschaften: Territorial, wachsam, führungsorientiert; benötigen klare Regeln.
Typische Probleme: Ohne Führung übernehmen sie selbst, neigen zu Unsicherheit oder Aggression.
Häufige Abgabegründe: Werden oft als reine „Familienhunde“ geholt, ohne Erfahrung in Führung und Struktur. Überforderung führt schnell zu Unsicherheit oder Aggressionsproblemen.
Geeignet für: Menschen mit Hundeerfahrung, konsequenter Führung und professioneller Begleitung.
Terrier
Beispiele: Jack Russell, Foxterrier, Westie
Eigenschaften: Mutig, energiegeladen, durchsetzungsstark.
Typische Probleme: Oft verharmlost; ohne Führung neigen sie zu Ressourcenverteidigung und Lautstärke.
Häufige Abgabegründe: Häufig wegen Lautstärke, Jagdtrieb oder Dominanzverhalten abgegeben – weil sie als „klein und unkompliziert“ unterschätzt wurden.
Geeignet für: Aktive Halter:innen mit Geduld, Konsequenz und Verständnis für Eigenständigkeit.
Begleithunde
Beispiele: Malteser, Pudel, Shih Tzu
Eigenschaften: Anhänglich, klug, sensibel – brauchen dennoch klare Erziehung.
Typische Probleme: Werden oft nicht ernst genommen, entwickeln dadurch Probleme mit Trennung, Bellen oder Aggression.
Häufige Abgabegründe: Viele werden als „pflegeleichte Schoßhunde“ gesehen. Wird der Erziehungsbedarf unterschätzt, entstehen Verhaltensprobleme, die zur Abgabe führen.
Geeignet für: Menschen, die auch kleine Hunde ernst nehmen und konsequent erziehen.
Nordische Hunde
Beispiele: Husky, Malamute, Samojede
Eigenschaften: Unabhängig, sozial, laufstark, mit geringer Abrufbarkeit.
Typische Probleme: Häufig unterfordert in Stadtwohnungen; ausgeprägter Flucht- und Jagdtrieb.
Häufige Abgabegründe: Angeschafft wegen ihres Aussehens („Wolfshund-Optik“) oder als Joggingpartner – ohne die enormen Bewegungs- und Haltungsansprüche zu bedenken.
Geeignet für: Sportliche Halter:innen mit Haus, Garten und artgerechtem Auslastungskonzept.
Molosser & doggenartige Rassen
Beispiele: Cane Corso, Mastino, Bullmastiff
Eigenschaften: Imposant, ruhig, oft misstrauisch gegenüber Fremden.
Typische Probleme: Unterschätzte Kraft; Erziehungsfehler können gefährlich sein.
Häufige Abgabegründe: Oft als „Statussymbole“ angeschafft oder weil ihr ruhiges Wesen unterschätzt wird. Mit zunehmender Größe und Kraft fühlen sich viele Halter überfordert.
Geeignet für: Sehr erfahrene Halter:innen mit klarer Führung und hoher Verantwortungsbereitschaft.
Herdenschutzhunde
Beispiele: Kangal, Maremmano, Pyrenäenberghund
Eigenschaften: Eigenständig, wachsam, territorial, binden sich weniger eng.
Typische Probleme: Als Familienhund ohne Grundstück und Fachwissen völlig ungeeignet.
Häufige Abgabegründe: Oft aus Mitleid oder Unwissen übernommen, ohne Kenntnisse zu ihrer Eigenständigkeit und Territorialität. Überforderung führt meist schnell zur Abgabe.
Geeignet für: Nur für Halter:innen mit großem Grundstück, HSH-Erfahrung und Trainerbegleitung.
Windhunde
Beispiele: Galgo, Whippet, Greyhound
Eigenschaften: Sensibel, ruhig im Haus, blitzschnell im Freilauf, starke Sichtjäger.
Typische Probleme: Werden fälschlich als Joggingpartner gehalten, was sie überfordert.
Häufige Abgabegründe: Missverständnis ihrer Ruhebedürfnisse – viele Halter erwarten Daueraktivität. Außerdem Probleme wegen Jagdtrieb und fehlendem Freilauf.
Geeignet für: Menschen mit Feingefühl, eingezäuntem Gelände und Verständnis für Jagdtrieb.
Retriever
Beispiele: Labrador, Golden Retriever, Flat Coated Retriever
Eigenschaften: Freundlich, gelehrig, apportierfreudig, hoher Futtertrieb.
Typische Probleme: Aufgrund der Beliebtheit oft überzüchtet; neigen zu Unterforderung und Übergewicht.
Häufige Abgabegründe: Werden als „perfekte Familienhunde“ beworben, aber ihre Energie, Intelligenz und Beschäftigungsbedarf werden unterschätzt. Unterforderung führt zu Verhaltensauffälligkeiten.
Geeignet für: Aktive Familien mit klarer Struktur und Beschäftigungsmöglichkeiten.
Fazit
Rasseaufklärung ist ein zentraler Bestandteil seriöser Tierschutzarbeit. Nur wer weiß, was ein Hund genetisch mitbringt – und warum er häufig im Tierschutz landet – kann ihm gerecht werden. So entsteht die Grundlage für ein harmonisches, langfristiges Zusammenleben.
Vermittlung an Anfänger – Ja, aber mit Verantwortung
Eine Vermittlung an Hundeanfänger ist bei uns grundsätzlich möglich.
Denn:
Nicht jeder gute Hundehalter startet mit jahrelanger Erfahrung.
Tatsächlich hat Sarah Mi bereits mehrere Problemhunde erfolgreich resozialisiert und auch an engagierte Hundeanfänger vermittelt – mit entsprechender Anleitung, ehrlicher Aufklärung und enger Begleitung.
Dabei haben wir oft sehr gute Erfahrungen gemacht.
Warum?
Weil Anfänger:
- sich häufig intensiv informieren,
- Hilfe annehmen,
- Empfehlungen umsetzen
- und Hunde nicht ständig mit „früheren perfekten Hunden“ vergleichen.
Das macht vieles manchmal sogar einfacher.
Was bedeutet „Anfänger“ bei uns?
Als Hundeanfänger sehen wir Menschen:
- die noch keinen eigenen Hund hatten
- oder bisher nur wenig Erfahrung mit Hunden sammeln konnten.
Das ist für uns nichts Negatives.
Es bedeutet lediglich: ein anderer Ausgangspunkt.
Mit der richtigen Begleitung können auch Anfänger großartige Hundehalter werden.
Erfahrung ist nicht alles
Natürlich kann Erfahrung hilfreich sein.
Aber:
Wir erleben leider auch regelmäßig Menschen mit viel Hundeerfahrung, die:
- beratungsresistent sind,
- Probleme kleinreden
- oder Hunde ständig mit früheren vergleichen.
Genauso erleben wir Anfänger, die:
- unglaublich lernbereit,
- geduldig
- und verantwortungsvoll sind.
Deshalb schauen wir nicht nur auf Erfahrung, sondern vor allem auf:
- Einstellung,
- Verantwortungsbewusstsein
- und Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Auch anspruchsvollere Hunde können vermittelt werden
Nicht jeder Hund muss automatisch ein „klassischer Anfängerhund“ sein.
Auch Hunde mit:
- Unsicherheiten,
- kleinen Baustellen
- oder besonderen Bedürfnissen
können zu Anfängern vermittelt werden – wenn die Rahmenbedingungen passen.
Entscheidend ist: - ehrliche Aufklärung,
- realistische Erwartungen
- und die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen.
Voraussetzungen für eine Vermittlung an Anfänger
Wichtig sind für uns vor allem:
- Bereitschaft zur Hundeschule
- Offenheit für Training & Anleitung
- enger Kontakt zum Verein in der Anfangszeit
- Lernbereitschaft
- ehrliche Selbsteinschätzung
- Geduld & Verständnis
- genügend Zeit für Eingewöhnung und Alltag
Je nach Hund wünschen wir uns außerdem:
- regelmäßige Trainerbegleitung
- telefonischen Austausch
- oder Weiterbildung durch Bücher, Videos oder Webinare.
Zeit ist wichtiger als Erfahrung
Ein Hund braucht vor allem:
- Zeit,
- Geduld,
- Ruhe
- und Verlässlichkeit.
Gerade Anfänger unterschätzen oft:
- wie anstrengend die erste Zeit sein kann,
- wie viel Management notwendig ist
- oder dass Probleme nicht „von alleine verschwinden“.
Die ersten Wochen können:
- chaotisch,
- emotional
- und kräftezehrend sein.
Das ist völlig normal.
Wichtig ist: dranzubleiben und sich Hilfe zu holen.
Alltag & Verantwortung werden oft unterschätzt
Ein Hund bedeutet nicht nur:
- Kuscheln,
- Spaziergänge
- und schöne Fotos.
Sondern auch:
- frühes Aufstehen,
- schlechtes Wetter,
- Tierarztkosten,
- Training,
- Organisation
- und manchmal Stress oder Sorgen.
Gerade Anfänger sollten sich bewusst machen:
Ein Hund verändert den gesamten Alltag.
Und zwar oft für viele Jahre.
Kinder & Anfängerhunde
Grundsätzlich können natürlich auch Familien mit Kindern Hunde adoptieren.
Bei anspruchsvolleren Hunden vermitteln wir jedoch meist nicht an Haushalte mit:
Kindern unter 10 Jahren.
Warum?
Weil:
- Kinder oft unvorhersehbar handeln,
- Hunde Ruhe brauchen
- und Anfänger sich zunächst auf den Hund konzentrieren sollten.
Das dient: - dem Schutz des Hundes
- und der Sicherheit aller Beteiligten.
„Einfache“ Hunde dürfen auch zu Kindern unter 10 Jahren ziehen, sofern der Hund passt.
Der „perfekte Hund“ existiert nicht
Viele Anfänger suchen:
- den unkomplizierten Traumhund,
- der sofort funktioniert,
- nichts kaputt macht,
- immer hört
- und überall entspannt mitläuft.
Die Realität sieht oft anders aus.
Auch ein toller Hund kann:
- unsicher sein,
- Dinge erst lernen müssen,
- Fehler machen
- oder Zeit zum Ankommen brauchen.
Ein Hund ist kein fertiges Produkt.
Sondern: ein Lebewesen mit Persönlichkeit.
Hunde entwickeln sich weiter
Gerade junge Hunde verändern sich oft noch:
- im Verhalten,
- in ihrer Persönlichkeit
- oder während der Pubertät.
Ein unsicherer Hund kann mutiger werden.
Ein ruhiger Welpe kann später temperamentvoll werden.
Deshalb ist wichtig: flexibel zu bleiben und sich auf Entwicklung einzulassen.
Was wir nicht tun
Wir vermitteln nicht:
- aus Mitleid,
- nur nach Optik
- oder nach dem Motto: „Das wird schon irgendwie.“
Außerdem vermitteln wir keine Hunde an Menschen:
- die keine Hilfe annehmen möchten,
- unrealistische Erwartungen haben
- oder Problemverhalten kleinreden.
Denn:
Ein Hund ist ein Lebewesen – keine Dekoration und kein Selbstläufer.
Welche Hunde eignen sich oft gut für Anfänger?
Zum Beispiel:
- ruhige Senioren
- menschenbezogene Hunde
- Hunde mit stabilem Wesen
- gut einschätzbare Pflegestellenhunde
- unkomplizierte Junghunde
- oder Hunde mit bekannten „Special Effects“, wenn offen damit umgegangen wird
Wichtig:
Auch ein sogenannter „Anfängerhund“ bleibt:
ein Individuum mit eigenen Bedürfnissen und Eigenarten.
Es gibt keine Garantie für einen „perfekten Anfängerhund“.
Wichtig: Auch Anfänger müssen Grenzen akzeptieren
Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen.
Manche Hunde:
- brauchen sehr viel Erfahrung,
- spezielle Trainingskenntnisse
- oder ein besonders ruhiges Umfeld.
In solchen Fällen sagen wir auch ehrlich:
„Dieser Hund passt vermutlich nicht zu euch.“
Das ist keine persönliche Ablehnung.
Sondern verantwortungsvoller Tierschutz.
Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche
Hundetraining bedeutet nicht automatisch:
„Der Hund ist problematisch.“
Sondern oft einfach:
Mensch und Hund lernen gemeinsam.
Selbst erfahrene Hundehalter arbeiten:
- mit Trainern,
- Verhaltensexperten
- oder Hundeschulen zusammen.
Niemand muss alles alleine können.
Unser Ziel
Unser Ziel ist nicht: möglichst schnell Hunde zu vermitteln.
Sondern: langfristig passende Mensch-Hund-Teams zu schaffen.
Denn auch Anfänger können:
- großartige Hundehalter,
- sichere Bezugspersonen
- und wunderbare Familien für Hunde werden.
Unser Motto
Nicht das Etikett „Anfänger“ entscheidet.
Sondern: Herz, Verstand, Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft.
Wer:
- offen für Unterstützung ist,
- bereit ist zu lernen
- und sich ernsthaft mit Hundehaltung auseinandersetzt,
ist bei uns herzlich willkommen – auch ohne jahrelange Erfahrung.
Denn: Wir sind auch nach der Adoption für euch da!
Designerhunde & Qualzucht-Mischlinge
Wenn vermeintlich „süß“ zur Qual wird
Designerhunde boomen.
Überall sieht man:
- kleine flauschige Hunde,
- „Mini“-Varianten,
- Doodles,
- Teacup-Hunde
- oder besonders außergewöhnliche Mischlinge.
Viele wirken auf den ersten Blick:
niedlich, besonders oder „perfekt für Familien“.
Doch leider steckt hinter diesem Trend oft:
- Tierleid,
- Qualzucht,
- unseriöse Vermehrung
- und ein riesiger Profitmarkt.
Was sind Designerhunde?
Designerhunde sind gezielte Kreuzungen verschiedener Hunderassen.
Oft werden sie vermarktet als:
- „besonders süß“
- „allergikerfreundlich“
- „familiengeeignet“
- oder „pflegeleicht“.
Beliebte Beispiele:
- Maltipoo (Malteser + Pudel)
- Labradoodle (Labrador + Pudel)
- Cockapoo (Cocker Spaniel + Pudel)
- Goldendoodle
- Pomsky
- Puggle
- Chorkie
- Mini Aussie Doodle
- und viele weitere
Viele dieser Hunde werden:
- über Kleinanzeigen,
- Social Media
- oder dubiose Webseiten verkauft.
Oft ohne:
- Gesundheitsnachweise,
- seriöse Zucht,
- ausreichende Sozialisation
- oder tiergerechte Aufzucht.
Warum sind viele Designerhunde problematisch?
Das Problem ist nicht automatisch die Mischung selbst.
Das Problem ist: wie und warum gezüchtet wird.
Viele dieser Hunde entstehen:
- aus Profitgier,
- ohne genetisches Wissen
- und ohne Rücksicht auf gesundheitliche Folgen.
Häufig werden dabei sogar bewusst:
- extreme Merkmale,
- Miniaturgrößen
- oder gesundheitlich belastete Tiere weitervermehrt.
Wenn „niedlich“ krank macht
Viele Designerhunde leiden unter typischen Qualzuchtmerkmalen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Verkürzte Schnauzen
Folgen:
- Atemprobleme
- schlechte Belastbarkeit
- Überhitzung
- Schnarchen
- Augenprobleme
Ein Hund sollte normal Luft bekommen können – alles andere ist nicht „süß“, sondern krank.
Extreme Miniaturisierung
Immer kleinere Hunde bedeuten oft:
- fragile Knochen,
- Zahnprobleme,
- offene Fontanellen,
- Wasserkopf,
- neurologische Probleme
- oder Knochenfehlbildungen.
Gerade sogenannte: - „Teacup“-,
- „Toy“-,
- oder „Micro“-Varianten
sind häufig massiv gesundheitlich belastet.
Fellprobleme
Viele Doodle-Mischlinge werden als: „pflegeleicht“ verkauft.
Die Realität:
Viele haben:
- extrem pflegeintensives Fell,
- starke Verfilzungen,
- Hautprobleme
- oder benötigen regelmäßige teure Schurtermine.
Viele Halter unterschätzen:
wie viel Pflege, Zeit und Geld dieses Fell tatsächlich benötigt.
Unvorhersehbares Verhalten
Bei Mischlingen lassen sich:
- Charakter,
- Energielevel
- oder Verhalten
oft schwer vorhersagen.
Denn:
Man mischt nicht nur Aussehen, sondern auch Eigenschaften.
Beispielsweise können sich kombinieren:
- Jagdtrieb,
- Nervosität,
- Schutztrieb,
- Hyperaktivität
- oder Unsicherheit.
Gerade hochgezüchtete „Trendhunde“ landen deshalb später nicht selten im Tierschutz.
„Mischlinge sind gesünder“ – stimmt das?
Nicht automatisch.
Ein gesunder Mischling entsteht nicht einfach dadurch, dass man zwei Hunde miteinander verpaart.
Werden:
- kranke,
- ungeeignete
- oder genetisch belastete Hunde vermehrt,
können Krankheiten sogar verstärkt werden.
Gerade Designerhunde stammen leider oft aus:
- Hinterhofzuchten,
- Massenzuchten
- oder illegalem Welpenhandel.
Ohne:
- Gesundheitsuntersuchungen,
- genetische Kontrollen
- oder vernünftige Aufzucht.
„Hypoallergen“ ist kein Garant
Viele Menschen kaufen Doodles oder Pudel-Mixe wegen angeblicher Allergikerfreundlichkeit.
Wichtig: Es gibt keine Garantie für einen allergikergeeigneten Hund.
Auch innerhalb eines Wurfes können:
- Fellstruktur,
- Haarverlust
- und Allergiepotenzial
stark variieren.
Die traurige Realität hinter dem Trend
Viele dieser Hunde werden gekauft:
- weil sie „modern“ sind,
- auf Social Media süß aussehen
- oder wie Stofftiere wirken.
Oft informieren sich Menschen vorher kaum über:
- Gesundheit,
- Bedürfnisse,
- Pflegeaufwand
- oder spätere Probleme.
Die Folge:
Viele landen später:
- im Tierschutz,
- bei Kleinanzeigen
- oder werden aus Überforderung abgegeben.
Gerade junge Designerhunde werden oft abgegeben, sobald:
- sie Arbeit machen,
- Erziehung brauchen,
- Geld kosten
- oder nicht mehr „perfekt süß“ aussehen.
Viele dieser Hunde leiden still
Das Gefährliche an Qualzucht:
Viele Probleme wirken für Menschen inzwischen „normal“.
Zum Beispiel:
- schnarchende Hunde,
- ständig tränende Augen,
- Atemgeräusche,
- übermäßiges Hecheln,
- humpeln,
- Hautentzündungen
- oder extreme Hitzeempfindlichkeit.
Doch: Das sind keine „Rassemerkmale“.
Das sind oft gesundheitliche Probleme.
Kein Tier sollte dauerhaft leiden müssen, nur damit es besonders niedlich aussieht.
„Ups-Würfe“ sind oft keine Unfälle
Viele sogenannte: „Ups-Würfe“
sind leider:
- geplant,
- billig produziert
- oder bewusst verharmlost.
Denn mit Designerhunden lässt sich viel Geld verdienen.
Verantwortung bedeutet:
- Kastration,
- Trennung ungeeigneter Tiere
- und keine Vermehrung „weil die Welpen so süß wären“.
Wir verurteilen nicht pauschal jeden Züchter
Wichtig:
Nicht jeder Züchter arbeitet unseriös.
Es gibt durchaus verantwortungsvolle Menschen, die:
- gesundheitlich untersuchen,
- sorgfältig auswählen
- und tierschutzgerecht handeln.
Unser Problem ist: die massenhafte, profitorientierte und gesundheitsschädliche Vermehrung.
Unser Fokus liegt auf:
- Aufklärung,
- Tierschutz
- und dem Wohl der Tiere.
Auch „offizielle“ Zucht bedeutet nicht automatisch gesund
Leider gibt es auch innerhalb mancher Rassestandards Merkmale, die gesundheitlich problematisch sind.
Dazu gehören teilweise:
- extrem kurze Schnauzen,
- übertriebene Falten,
- extreme Körperformen
- oder unnatürlich kleine Größen.
Nur weil etwas erlaubt oder beliebt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es tiergerecht ist.
Häufige Irrtümer
„Ein Doodle haart nicht.“
Kann sein – muss aber nicht.
Viele Doodles haaren trotzdem oder entwickeln problematische Fellstrukturen.
„Kleine Hunde sind einfacher.“
Nicht unbedingt.
Gerade kleine Hunde werden oft:
- unterschätzt,
- falsch behandelt
- oder schlecht erzogen.
Viele kleine Hunde leiden massiv unter:
- fehlender Struktur,
- Unsicherheit
- oder Reizüberforderung.
„Designerhunde sind automatisch familienfreundlich.“
Nein.
Jeder Hund ist individuell.
Auch Designerhunde können:
- sensibel,
- nervös,
- überfordert
- oder schwierig sein.
„Teuer bedeutet seriös.“
Leider nein.
Viele Vermehrer verlangen inzwischen:
- mehrere tausend Euro
- für gesundheitlich problematische Hunde.
Ein hoher Preis ist kein Qualitätsmerkmal.
„Der Hund hat Papiere, also ist alles seriös.“
Auch das stimmt leider nicht immer.
Papiere oder Stammbäume sagen nicht automatisch etwas über:
- Gesundheit,
- Haltung,
- Aufzucht
- oder Ethik aus.
Deshalb sollte man immer genau hinschauen: - Wie leben die Tiere?
- Werden Gesundheitstests gemacht?
- Werden die Hunde verantwortungsvoll gehalten?
Können Designerhunde trotzdem tolle Hunde sein?
Natürlich.
Viele dieser Hunde sind:
- liebevoll,
- freundlich
- und wunderbare Familienmitglieder.
Die Hunde selbst tragen keine Schuld.
Das Problem ist: der Markt dahinter.
Deshalb richten wir unsere Kritik:
- nicht gegen die Hunde,
- sondern gegen verantwortungslose Vermehrung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nicht alles, was süß aussieht, ist gesund
- Viele Designerhunde enthalten Qualzuchtmerkmale
- „Mini“ bedeutet oft gesundheitliche Risiken
- Mischlinge sind nicht automatisch gesünder
- Viele stammen aus unseriöser Vermehrung
- Fell & Verhalten sind oft unvorhersehbar
- Viele landen später im Tierschutz
- Aufklärung schützt Tiere vor Leid
Unser Wunsch
Bitte entscheidet euch nicht:
- nach Trends,
- Social Media
- oder Optik.
Sondern:
- nach Charakter,
- passenden Lebensumständen
- und verantwortungsvoller Herkunft.
Und vielleicht lohnt sich auch einmal der Blick in den Tierschutz:
Dort warten unzählige wunderbare Hunde auf ein Zuhause – oft gesunde Mischlinge mit einzigartigem Charakter, die keine „Trendrasse“ sein müssen, um großartige Begleiter zu werden.
Denn Hunde sind keine Modeaccessoires.
Sondern fühlende Lebewesen, die ein gesundes und glückliches Leben verdient haben.
Doppelsicherung für Hunde
Richtig sichern rettet Leben
Immer mehr Tierschutzhunde werden leider „in den Tod gerettet“, weil sie entlaufen.
Ein einziger Moment reicht:
- eine plötzlich zufallende Tür,
- ein lautes Geräusch,
- ein Schreck,
- eine Unsicherheit
- oder eine unachtsame Sekunde.
Viele entlaufene Hunde:
- werden überfahren,
- verschwinden spurlos,
- verletzen sich schwer
- oder geraten in Panik und laufen kilometerweit.
Deshalb gilt bei uns ganz klar: Sicherheit geht immer vor.
Und: Jeder Hund wird grundsätzlich doppelt gesichert.
Warum ist die Doppelsicherung so wichtig?
Viele Hunde aus dem Tierschutz:
- sind unsicher,
- schreckhaft,
- reizempfindlich
- oder haben noch keine stabile Bindung aufgebaut.
Auch freundlich wirkende Hunde können plötzlich:
- panisch reagieren,
- sich erschrecken
- oder flüchten.
Wichtig: Das hat nichts mit „Ungehorsam“ zu tun.
Flucht ist bei vielen Hunden ein instinktives Verhalten.
Gerade in den ersten Wochen:
- kennt der Hund euch oft noch kaum,
- fühlt sich nicht sicher
- und reagiert im Zweifel mit Flucht.
Viele Hunde brauchen:
- Wochen,
- manchmal Monate,
- manche sogar länger,
bis sie wirklich sicher angekommen sind.
So funktioniert die Doppelsicherung
- Zwei stabile Leinen
Der Hund wird immer mit: zwei getrennten Sicherungen geführt.
Beide Leinen müssen:
- sicher gehalten
- oder zusätzlich am Bauchgurt befestigt werden.
Nicht erlaubt:
- Flexi-Leinen
- oder Schleppleinen ohne zusätzliche Sicherung.
- Sicherheitsgeschirr
Das Sicherheitsgeschirr ist die wichtigste Grundlage.
Wichtig:
- richtig angepasst
- eng genug
- aber nicht einschneidend
Ein geeignetes Sicherheitsgeschirr besitzt: zwei Bauchgurte.
Der hintere Bauchgurt sitzt weit hinter den Rippen und verhindert das Herausschlüpfen.
Normale Geschirre reichen bei unsicheren Hunden oft nicht aus.
- Zweiter Sicherungspunkt
Zusätzlich trägt der Hund:
- ein Halsband
- oder ein Zugstopp-Halsband.
Daran wird: die zweite Leine befestigt.
Nicht erlaubt:
- Würgehalsbänder
- Kettenhalsbänder
- oder Stachelhalsbänder.
- Bauchgurt (dringend empfohlen)
Wir empfehlen zusätzlich: einen stabilen Bauchgurt für Menschen.
Daran können beide Leinen befestigt werden.
Das bietet zusätzliche Sicherheit:
- wenn die Hand abrutscht,
- der Hund plötzlich springt
- oder eine Leine versehentlich losgelassen wird.
Gerade bei:
- kräftigen,
- ängstlichen
- oder sehr schnellen Hunden
kann das lebensrettend sein.
Wichtige Grundregeln
- Doppelsicherung bei JEDEM Spaziergang
- auch wenn der Hund „eigentlich sicher wirkt“
- Sicherung nur nach ausdrücklicher Freigabe durch den Verein abbauen
- niemals aus Mitleid lockerer sichern
- lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu leichtsinnig
Viele entlaufene Hunde galten vorher: als „eigentlich schon sicher“.
Die gefährlichsten Momente
Besonders viele Hunde entlaufen:
- beim Öffnen der Haustür,
- beim Ein- oder Aussteigen,
- beim Umladen,
- beim Tierarzt,
- an Raststätten,
- beim Geschirrwechsel
- oder beim „nur mal kurz rausgehen“.
Deshalb gilt: Hund niemals ungesichert an Türen oder offenen Autos.
Am besten:
- zuerst alle Türen schließen,
- dann sichern,
- erst danach aussteigen oder umladen.
Sicherung beim Transport & Auto
Auch beim:
- Einsteigen,
- Aussteigen
- und Transport
besteht hohes Entlaufrisiko.
Wichtig: Autotüren niemals öffnen, bevor der Hund gesichert ist.
Empfohlen:
- Transportbox
- Sicherheitsgeschirr mit Anschnallgurt
- oder Trenngitter.
Besonders gefährlich: Rastplätze, Parkplätze und unbekannte Orte.
Sicherung im Garten
Ein Garten bedeutet NICHT automatisch Sicherheit.
Viele Hunde:
- springen,
- klettern,
- buddeln
- oder finden Schwachstellen.
Deshalb gilt:
- Zaun mindestens ca. 1,60 m hoch
- absolut ausbruchssicher
- Hund niemals ungesichert unbeaufsichtigt lassen
Gerade frisch angekommene Hunde sollten: zunächst niemals alleine in den Garten.
Auch wichtig: Ein Garten ersetzt keinen Spaziergang und keine Beschäftigung.
Besondere Vorsicht in den ersten Tagen
Die ersten Tage nach Ankunft sind oft die gefährlichsten.
Der Hund:
- kennt euch nicht,
- kennt die Umgebung nicht
- und steht oft massiv unter Stress.
Viele Hunde wirken anfangs:
- ruhig,
- dankbar
- oder anhänglich.
Das bedeutet aber NICHT automatisch: dass bereits Vertrauen oder Bindung entstanden ist.
Bitte unterschätzt diese Phase niemals.
Türen, Besucher & Alltag sichern
Viele Hunde entlaufen nicht draußen –
sondern direkt aus:
- Haustüren,
- Gartentoren
- oder offenen Wohnungen.
Deshalb:
- Türen bewusst öffnen
- Besucher informieren
- Kinder sensibilisieren
- Hund nicht frei zur Tür laufen lassen
Besonders in der Anfangszeit empfehlen wir:
Hund vor dem Öffnen von Türen zusätzlich anzuleinen oder räumlich zu sichern.
Häufige Fehler
„Der Hund hört doch schon gut.“
Auch gut ankommende Hunde können:
- in Panik geraten
- oder plötzlich flüchten.
Bindung braucht Zeit.
„Nur kurz ohne Sicherung.“
Die meisten Entläufe passieren:
„nur ganz kurz“.
Zum Beispiel:
- vor der Haustür,
- beim Umladen,
- beim Tierarzt
- oder beim schnellen Pipigang.
„Mein Hund braucht keine Doppelsicherung mehr.“
Diese Entscheidung trifft nicht aus dem Bauch heraus der Halter alleine.
Sondern: gemeinsam mit Verein oder erfahrenen Ansprechpartnern.
Weitere wichtige Hinweise
- Keine Flexi-Leinen
- Keine Kinder mit neuen Hunden alleine spazieren lassen
- Ausrüstung regelmäßig prüfen
- Karabiner und Verschlüsse kontrollieren
- Keine Befestigung an Taschen oder Kleidung
Leinen gehören: in sichere Hände oder an den Bauchgurt.
Was tun, wenn ein Hund entläuft?
Das Wichtigste: NICHT hinterherrennen oder schreien.
Viele Hunde geraten dadurch noch stärker in Panik.
Stattdessen:
- Sichtkontakt halten wenn möglich
- sofort den Verein informieren
- Suchmeldungen vorbereiten
- bekannte Suchhund-Helfer kontaktieren
- Ruhe bewahren
Je ruhiger und koordinierter gehandelt wird, desto größer sind oft die Chancen.
GPS-Tracker können zusätzlich helfen
Gerade bei:
- sehr ängstlichen,
- unsicheren
- oder frisch angekommenen Hunden
kann zusätzlich ein GPS-Tracker sinnvoll sein.
Wichtig: Ein Tracker ersetzt NIEMALS die Doppelsicherung.
Er hilft nur dabei, einen Hund im Notfall schneller orten zu können.
Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Tractive Tracker gesammelt.
Warum wir dabei so streng sind
Weil wir leider schon:
- zu viele entlaufene Hunde,
- schwere Unfälle
- und tragische Todesfälle erlebt haben.
Ein entlaufener Hund bedeutet:
- Stress,
- Angst,
- Gefahr
- und oft tagelange Suchaktionen.
Für den Hund.
Für die Halter.
Für Pflegestellen.
Für den Verein.
Viele dieser Situationen wären mit konsequenter Sicherung vermeidbar gewesen.
Sicherheit ist kein Misstrauen
Doppelsicherung bedeutet nicht: dass der Hund „schlecht“ ist.
Sondern: dass wir Verantwortung übernehmen.
Ein gut gesicherter Hund ist:
- geschützt,
- sicher
- und kann in Ruhe Vertrauen aufbauen.
Lieber:
- einmal zu vorsichtig
als - einmal zu spät.
Denn richtig sichern rettet Leben.
Ankommen ist nicht gleich angekommen
Ein Hund zieht ein. Sein Platz ist vorbereitet, das Körbchen wartet – aber was passiert in seinem Kopf?
Niemand erklärt ihm, dass nun ein schönes Leben beginnt. Stattdessen wird er regelrecht überrumpelt: ein neues Zuhause, neue Menschen, neue Gerüche, neue Geräusche. Das ist für jeden Hund eine große Umstellung, die ihn zunächst überfordern kann.
Stell dir vor, du ziehst in eine fremde Stadt, beginnst einen neuen Job oder eine neue Beziehung. Auch du würdest nicht gleich nach dem ersten Tag deinen wahren Charakter zeigen. Genauso geht es deinem Hund.
Oder stell dir vor, dein neuer Partner holt dich ab und du sollst sofort bei ihm einziehen – ganz gleich, ob du das willst oder nicht. Wie würdest du dich fühlen?
Grenzen geben Sicherheit
Auch wenn dein Hund Zeit braucht, bedeutet das nicht, dass er von Anfang an alle Freiheiten bekommen sollte. Er muss wissen, was er darf und was nicht. Zu viele Freiheiten führen oft dazu, dass Grenzen ausgetestet werden – Hunde tanzen uns sonst schnell auf der Nase herum.
Gib deinem Hund Freiraum, Verständnis, Liebe, Zeit und Geduld. Aber setze auch von Anfang an klare Grenzen und erwarte nicht sofort perfekte Anpassung.
Erlaube nichts am Anfang, was er später nicht darf!
Sofern er zb nicht aufs Sofa darf, darf er dies von Beginn an nicht.
Natürlich ist es eine Umstellung für den Hund, dennoch soll er sich an dich und deinen Alltag gewöhnen, ein Umzug bedeutet ohnehin wechsel, daher sollte er sich von Beginn an deinen Alltag gewöhnen. Übernehme nicht den Alltag der Pflegestelle! Eine spätere Umstellung deutet meist mehr Stress für beide Parteien.
Typische Anfangsprobleme
Unsauberkeit, Durchfall oder Unsicherheiten an der Leine sind in den ersten Wochen ganz normal. Stress wirkt sich auf den Magen aus, viele neue Reize überfordern. Selbst wenn du deinen Hund vorab kennengelernt hast: Das war nur eine Momentaufnahme. Dein Hund ist kein Möbelstück, das man einfach umstellt – sondern ein Lebewesen mit Gefühlen und Ängsten.
Für viele ein Traum – für den Hund oft ein Schock
Viele Menschen fiebern dem Moment entgegen, endlich ihren Hund nach Hause zu holen.
Für den Hund hingegen bedeutet dieser Tag oft, dass alles Vertraute plötzlich wegbricht.
Das betrifft nicht nur Hunde aus dem Auslandstierschutz. Auch Hunde aus Deutschland kommen oft aus Haushalten, in denen sie Bindungen hatten oder aus Lebenssituationen, die sie geprägt haben. Auch sie müssen sich neu orientieren, lernen und vertrauen.
Dabei ist es meist unerheblich, ob du ihn oft vorher besucht hast, oder nicht.
Umzug = Stress!
Die 3-3-3-Regel – eine grobe Orientierung
3 Tage: Überforderung und Beobachten
Dein Hund ist unsicher, zieht sich zurück und braucht Zeit, um die neue Umgebung wahrzunehmen.
3 Wochen: Erste Routinen
Langsam erkennt dein Hund Abläufe, zeigt erste Gewohnheiten und wirkt entspannter.
3 Monate: Der echte Charakter zeigt sich
Jetzt beginnt dein Hund, sich richtig zu öffnen und seinen wahren Charakter zu zeigen.
Aber: Jeder Hund ist individuell. Manche wirken schon nach wenigen Tagen völlig entspannt, andere brauchen viele Wochen oder sogar Monate.
Was dein Hund jetzt braucht – und was nicht
Was er braucht:
- Zeit, Liebe und Geduld
- Ruhe und sichere Rückzugsorte
- Klare, ruhige Rituale
- Menschen, die beobachten, aber nicht bedrängen
- Schutz vor zu vielen Reizen
Was er nicht braucht:
- Viele Besucher in der ersten Woche
- Hundewiese oder wilde Sozialkontakte direkt am Anfang
- Lautes, aufgeregtes Kennenlernen aller Freunde
- Zu frühe Anforderungen, Kommandos oder Erwartungen
Sicherheit geht vor – Leine bleibt dran
Dein Hund sollte in der ersten Zeit ausschließlich mit Sicherheitsgeschirr nach draußen.
Auch wenn er sicher wirkt: mindestens die ersten sechs Wochen bleibt er an der Leine.
Kein Freilauf, auch nicht im Garten sondern ausschlißlich mit Schleppleine!
Lieber Vorsicht wie Nachsicht!
Auch noch so sicher wirkende Hunde können sich erschrecken und weglaufen!
Einen Hund einfangen ist nicht einfach!
Gerade Hunde, die zunächst ruhig und unauffällig wirken, können bei Stress oder Unsicherheit plötzlich panisch fliehen. Ein entlaufener Hund ist oft kaum wieder einzufangen.
Das Verhalten am Anfang ist nicht die Wahrheit
Viele Hunde wirken in den ersten Tagen besonders brav, still oder angepasst. Doch das ist oft nur eine Art „Schönschlaf-Phase“. Der Hund beobachtet genau, wo seine Grenzen liegen. Verhaltensauffälligkeiten oder Ängste zeigen sich oft erst später. Das ist kein Zeichen für Scheitern, sondern bedeutet, dass dein Hund beginnt, sich zu öffnen.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
Aus Mitleid keine Grenzen setzen.
Was später verboten sein soll, darf auch jetzt nicht erlaubt sein.
Den Hund bemitleiden statt führen.
Unsicherheit braucht Führung, keine endlose Rücksichtnahme.
Zu viele Reize, zu wenig Struktur.
Hunde brauchen Klarheit, keine Freiheit pur.
Nicht gleich mit der Schleppleine starten – erst normales Laufen an kurzer Leine üben.
Der Hund sollte die ersten 3 Wochen nicht beim Gassi gehen an die Schleppleine gelegt werden.
Druck und Vergleiche.
Vergleiche deinen Hund nicht mit anderen oder einem vorherigen Hund.
Jeder Hund ist ein Individuum.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für…
Hundeschule?
Erst, wenn dein Hund sich sicher genug fühlt, um Neues zu lernen.
Nicht in Woche 1 – außer bei Problemverhalten, dann lieber frühzeitg.
Gern hierzu unsere Aufklärungsseite lesen!
Besucher?
Frühestens nach der ersten Woche.
Dann langsam steigern und genau beobachten, wie dein Hund reagiert.
Gassi mit fremden Hunden?
Frühestens nach etwa zwei Wochen, es sei denn, er braucht dringend Hundekontakt,
um sich sicher zu fühlen.
Geduld ist keine Schwäche – sie ist deine größte Stärke
Geduld ist im Tierschutz keine nette Zugabe – sie ist die Grundlage für eine gute Bindung.
Finde den Mittelweg zwischen Geduld und Führung.
Natürlich hat jeder Hund bestimmte Charakterzüge wie Wachsamkeit oder Jagdtrieb, die du respektieren musst. Doch auch diese lassen sich mit Training besser steuern.
Du musst deinen Hund nicht sofort verstehen.
Und er muss dich nicht sofort lieben.
Doch wenn ihr euch beide Zeit gebt, entsteht etwas Echtes. Etwas, das bleibt.
Ein guter Tierschutzverein bleibt auch NACH der Vermittlung ansprechbar und hilft euch bei Fragen. Echter Tierschutz endet nicht mit einer Unterschrift – oft beginnt er da erst richtig.
Auf unseren weiteren Seiten findest du mehr Infos!
Sollte etwas fehlen: GERNE MELDEN!
